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  • AutorenbildLaurenz Neumann

Strafbefehl oder Anklage im Briefkasten - und jetzt?

Aktualisiert: 23. Aug. 2022

Man schaut eines Nachmittags nichtsahnend in den Briefkasten und befindet sich urplötzlich mitten in einem Strafverfahren. Vor kurzem jemanden aufgefahren? Vor langer Zeit nach dem Feiern geprügelt? Einen Monat zu lang Arbeitslosengeld bezogen? All das sind Umstände, die dazu führen können, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt und sich schlussendlich ein Strafbefehl oder sogar eine Anklage im Briefkasten befindet.


Was nun? Natürlich zum Experten – dem Rechtsanwalt des Vertrauens. Dort wird zeitnah ein Termin zur Besprechung der Lage vereinbart. Dann unbedingt daran denken den Brief oder das Schreiben mitzubringen, um sich konkret beraten zu lassen. Muss der Beschuldigte zur polizeilichen Vernehmung erscheinen? Welche Beweismittel sollten jetzt schon gesichert werden? Gibt es Zeugen, die das Geschehen gesehen haben?


In vielen Fällen wird der Rechtsanwalt dann als Strafverteidiger mandatiert und beginnt mit seiner wichtigen Arbeit. Er vertritt den neuen Mandanten und dessen Interessen gegenüber der „Staatsmacht“, also der Staatsanwaltschaft oder auch dem Gericht. Teilweise ist eine offene Konfrontation - also eine Hauptverhandlung - unvermeidbar. Aber oft kann das Verfahren durch geschicktes Verhandeln des Rechtsanwalts bereits im Vorfeld anders geklärt werden. In jedem Fall wird der eigenen Verteidiger die Rechte und Interessen seines Mandanten, mit dem er zu jeder Zeit Rücksprache hält, gegenüber den Behörden behaupten. Er ist sogar rechtlich dazu verpflichtet die Seite seines Mandanten einzunehmen und für dessen Interessen zu streiten.


Verwertungsverbote, Aussagerechte von Zeugen und Beschuldigten oder Angeklagten, Beweise und die damit verbundene Antragstellung sind nur eine Auswahl der wichtigen Themen der Strafverteidigung. Dabei ist es bedeutungslos, ob der Mandant tatsächlich schuldig ist oder nicht. Der Verteidiger ist dafür zuständig darüber zu wachen, ob die Verfahrensregeln durch alle Beteiligten eingehalten werden. Trotzdem sollte der Rechtsanwalt im Idealfall die Wahrheit kennen und nicht durch seine Mandanten belogen werden. Nur so kann garantiert werden, dass nicht auf einmal überraschende Beweismittel auftauchen, die die Verteidigung enorm erschweren, wenn sie den Anwalt kalt erwischen.


Der Strafverteidiger wird dem Mandanten im Laufe des Verfahrens eine realistische Einschätzung zu den möglichen Konsequenzen geben können. Allerdings sind Strafverfahren in ihren Ergebnissen oft schwer vorherzusagen. Wie wird der Richter entscheiden? Wird das Strafmaß mild oder streng ausfallen? Wie werden sich die benannten Zeugen im Ernstfall verhalten?

Insbesondere vor diesem Hintergrund ist es wichtig sich schnell Beratung zu holen, sollte man einen bösen Brief öffnen. Hier entscheiden oft wenige Tage über eine erfolgreiche Abwendung der Hauptverhandlung und einem Verfahrensgang, der nicht im Interesse des Mandanten ist.


Gerne berate ich Sie als Strafverteidiger in allen Verfahrensschritten und begleite Sie durch die Irrungen und Wirrungen des Strafverfahrens. Kontaktieren Sie mich einfach!


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